Stadt der Wissenschaft 2005: Bremen_Bremerhaven

Bremen und Bremerhaven haben ihre Bürger an die Wissenschaft

herangeführt, und das so originell und nachhaltig, dass sie viel länger

als nur ein Jahr Stadt der Wissenschaft gewesen sind.


Im Land Bremen prägen zwei Universitäten, drei Hochschulen sowie hoch angesehene Forschungsinstitute (wie das Alfred-Wegener-Institut, das Zentrum der deutschen Polar- und Meeresforschung) prägen eine lebendige Wissenschaftslandschaft.

Das vielfältige Programm während des Jahrs als erste Stadt der Wissenschaft hat den Dialog untereinander und mit der Öffentlichkeit gefördert. "Alle wollten dabei sein, und über hundert Einrichtungen aus Bremen und Bremerhaven haben sich am Ende beteiligt", freut sich auch Gerold Wefer, Leiter des DFG-Zentrums "Ozeanränder", über ein Engagement, mit dem man so gar nicht gerechnet hatte. Schließlich konnte man 700 Veranstaltungen auf die Beine stellen. Als Schaltstelle für den Austausch zwischen Wissenschaft und Bevölkerung sowie Schulen, Kunst und Wirtschaft hat sich das Haus der Wissenschaft etabliert.


Haus der Wissenschaft in BremenHaus der Wissenschaft
Mitten im Herzen der Stadt, gegenüber dem Rathaus haben die Bremer ihr Haus der Wissenschaft (Foto) eingerichtet. Hier manifestiert sich sichtbar und begehbar, dass Bremen die Wissenschaft zu einem Teil seiner selbst gemacht hat. "Ohne Stadt der Wissenschaft hätten wir das Haus nie bekommen“, ist sich der Bremer Projekt-
koordinator Albert Gerdes sicher. Inzwischen nutzen alle wissenschaftlichen Einrichtungen der Region das Haus, umVorträge anzubieten oder mit der Bevölkerung zu diskutieren.


Black BoxBlack Boxes
Von weitem sahen sie aus wie Baucontainer, doch die großen Kisten steckten bis zum Rand voll mit Wissenschaft. In den Black Boxes (Foto li.) vergaßen die Besucher die Zeit beim Studium "Dicker Luft" oder bei "Logistik als Wissenschaft". Die 16 Container brachten die Wissenschaft auf Marktplätze, in Einkaufszentren und an den Stadtrand. Manch ein Standort erwies sich als nicht gut geeignet, geben die Veranstalter selbstkritisch zu. Es kam nicht so viel Laufkundschaft, wie man gehofft hatte.


Aktivitäten für Kinder
Die großen Gewinner in der Stadt der Wissenschaft waren die Kinder. Dank Angeboten wie Kinderuni und Schülerlabor ist die Vernetzung von Schule und Wissenschaft gelungen. Mit der Geonacht hatte sich die Universität etwas Besonderes für den ganz jungen wissenschaftlichen Nachwuchs ausgedacht. Kein stures Büffeln über Bücher gebeugt, kein Stillsitzen und stummes Rechnen waren angesagt, sondern eine Schatzsuche, Geometriespiel und kindgerechte Experimentierstationen zeigten: Es gibt immer eine Alternative. Vor allem für die Kinder aus den sozialen schwachen Bezirken des Stadtstaates, die auf diese Art einen leichten Weg in die Universität fanden und so vielleicht für immer ihre Schwellenangst verloren.


Pier der WissenschaftPier der Wissenschaft
"Die Pier wird bleiben", erzählt Lena Wöhlke, die die Aktivitäten in Bremerhaven koordiniert hat. Nur wenige Bewohner der von Problemen gebeutelten Stadt wussten zuvor etwas über die Schätze, die sie besitzen. Doch nachdem die Bremer-
havener Bürger mit wachsendem Interesse die feuerroten Container voller Forschung besucht hatten, keimte so etwas wie Stolz auf. Mit Wissenschaft kann man sich eben sehen lassen.

Und noch einen anderen bemerkenswerten Effekt beschreibt Lena Wöhlke: "Früher beharkte man sich immer ein wenig zwischen Bremen und Bremerhaven." Doch um als Stadt der Wissenschaft bestehen zu können, musste man sich zusammenraufen. "Dabei ist etwas ganz Neues entstanden. Und das ist essentiell für den Strukturwandel. Als Wissenschaftsstandort ist das Land jetzt etabliert."