Kaiserslautern:
BürgerSchafftWissen

Kaiserslautern hat sich 1970 auf den langen Marsch von einer auf die Produktion von Nähmaschinen spezialisierten Arbeiterstadt zu einem leistungsfähigen Wissenschafts- und Technologiezentrum in Deutschland begeben.


Mit der erfolgreichen Gründung zweier Hochschulen, der Technischen Universität und der Fachhochschule, sowie der späteren Ansiedlung von acht renommierten Bundes- und Landesinstituten, darunter zwei Fraunhofer-Instituten und einem Max-Planck-Institut, hat die Stadt einen bedeutsamen Strukturwandel vollzogen. Als ein junger Wissenschaftsstandort ohne die jahrhundertelange Tradition gewachsener Universitätsstädte muss sich die Stadt zwei besonderen Herausforderungen stellen:

a. Das neue Image eines modernen und leistungsfähigen Wissenschafts- und Technologiestandortes muss professionell nach außen, vor allem gegenüber ansiedlungswilligen Unternehmen, vermittelt werden.

b. Die Bürger der Stadt müssen auf diesen Weg mitgenommen werden, damit sie verstehen, was moderne Wissenschaft ist und welche bedeutsamen Strukturveränderungen durch eine starke Wissenschaftsszene in der betroffenen Region bewirkt werden.

Die Stadt Kaiserslautern hat 2006 auf diese Herausforderungen mit der Berufung zweier erfahrener Wissenschaftler zu Technologiebotschaftern der Stadt reagiert. Ihre Aufgabe ist es, der Stadt bei der Bewältigung der oben genannten Aufgabenbereiche zu helfen, indem sie eine Scharnierfunktion zwischen der Stadt einerseits und  ihren Bürgern und der Wirtschaft andererseits einnehmen.

Eine besonders anspruchsvolle Herausforderung sahen wir in dem Aufgabenbereich (b). Wir haben zur Lösung dieser Fragestellungen ein Konzept entwickelt und es ab 2009 schrittweise umgesetzt. Die notwendige Aufmerksamkeit in der Bevölkerung wurde erreicht, indem der Oberbürgermeister die Jahre 2009 bis 2011 als "Jahre der Wissenschaft" ausrief.


2009
In einer öffentlichen Veranstaltungsreihe "WissenSchafftBegeisterung" erklären renommierte Wissenschaftler aus den Forschungseinrichtungen im Umfeld der Stadt in allgemeinverständlichen Vorträgen, mit welchen Problemen sie sich beschäftigen und wie sie an deren Lösung herangehen.

2010
Firmengründer aus der Region kommen in einer  Veranstaltungsreihe "WissenSchafft Arbeit" zu Wort und erläutern, welche Bedeutung die Wissenschaft für den Erfolg ihre Unternehmen hat.

2011
In einer Veranstaltungsreihe "WissenSchafftIntegration" kommen ausländische Mitbürger der Stadt zu Wort, die ihren Weg nach Kaiserslautern vornehmlich durch die Wissenschaft gefunden haben und das Bild von Kaiserslautern als eine weltoffene, multikulturelle Stadt positiv prägen.

Ein tiefer gehendes Verständnis über das Wesen der Wissenschaft kann man in der Bevölkerung jedoch nur erzeugen, indem man sie aktiv an der Lösung eines Problems  mit wissenschaftlichen Methoden beteiligt. Dahinter verbirgt sich unsere Überzeugung, dass man Wissenschaft nur durch eigenes Tun wirklich begreifen kann. Dazu planen wir unter dem Motto "BürgerSchafftWissen" einen Wettbewerb der Ideen. Die Bürger der Stadt werden in einem öffentlichen Aufruf gebeten, Vorschläge einzureichen, deren Lösung das Leben in der Stadt lebenswerter machen würde. Gefragt sind Vorschläge, deren Lösung die Mitwirkung der Wissenschaft zwingend notwendig macht. Das Vorhaben umfasst die Organisation des Wettbewerbs, die Prämierung der besten Vorschläge, die Zusammenstellung kleiner Forschungsteams unter Beteiligung der Preisträger und die öffentliche Vorstellung der Ergebnisse der Forscherteams in einer abschließenden Veranstaltungsreihe.